24-Stunden-Lauf Rekorde: Ergebnisse, Wertung und die Bestenliste
Zwischen 278,621 und 278,622 Kilometern liegt genau ein Meter. So groß ist der Unterschied zwischen der Zahl, mit der die International Association of Ultrarunners (IAU) den Weltrekord von Sarah Webster führt, und der Zahl in der Statistik der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung (DUV). Wer sich mit 24-Stunden-Lauf Rekorden beschäftigt, landet schnell bei solchen Details, denn hier wird nicht die Zeit gestoppt, sondern die Strecke vermessen. Das macht die 24-Stunden-Lauf Ergebnisse präziser, als viele erwarten, und die Frage, wie sie entstehen, interessanter als die Rekordzahl selbst.
Diese Seite erklärt, wie gemessen und gewertet wird, welche Bedingungen für einen anerkannten Rekord erfüllt sein müssen, welche Bestmarken gelten und wo die offizielle Bestenliste zu finden ist. Wie ein 24-Stunden-Lauf grundsätzlich funktioniert, beschreibt die Startseite.
Die gültigen 24-Stunden-Lauf Rekorde der IAU
Weltrekorde über 24 Stunden erkennt nicht World Athletics an, sondern die IAU. Der Weltverband ratifiziert im Ultrabereich nur die 50 km und die 100 km auf der Straße; für 6, 12, 24 und 48 Stunden sowie 50 und 100 Meilen führt die IAU eigene Weltrekorde.
| Wertung | Athlet | Distanz | Ort, Datum |
|---|---|---|---|
| Männer | Aleksandr Sorokin (LTU) | 319,614 km | Verona, 17.09.2022 |
| Frauen | Sarah Webster (GBR) | 278,621 km | Albi, 18.10.2025 |
Die Datumsangaben sind die Starttage laut IAU-Rekordliste. Sorokin lief seine Marke bei den IAU-Europameisterschaften, Webster ihre bei der IAU-Weltmeisterschaft.
Der Rekord der Frauen ist bemerkenswert, weil er gleich mehrfach fiel. Vor dem Rennen in Albi lag die Bestmarke bei 270,363 km, gelaufen von Miho Nakata (Japan) im Dezember 2023 in Taipeh. Im selben Rennen, in dem Webster 278,621 km schaffte, kamen laut DUV-Statistik auch Holly Ranson (Australien) mit 274,172 km und Nakata selbst mit 271,987 km über die alte Marke. Drei Frauen jenseits des bisherigen Weltrekords in einem einzigen Wettkampf.
Bei den Männern verlief die Entwicklung anders. Yiannis Kouros lief 1997 in Adelaide auf der Bahn 303,506 km, und diese Leistung blieb laut DUV-Allzeitliste bis 2021 die weiteste über 24 Stunden. Dann kam Sorokin mit 309,399 km in Pabianice und ein Jahr später mit 319,614 km in Verona. Zum Tempo: 319,614 km in 24 Stunden bedeuten im Schnitt etwa 4:30 min/km, ohne dass die Uhr für Pausen anhält.
Deutsche Bestleistungen in der Bestenliste
Die DUV führt die deutsche Allzeit-Bestenliste. An der Spitze stehen dort:
| Wertung | Athlet | Distanz | Jahr |
|---|---|---|---|
| Männer | Felix Weber | 278,312 km | 2023 |
| Frauen | Nele Alder-Baerens | 254,288 km | 2019 |
Webers Leistung löste eine Marke ab, die sehr lange gehalten hatte: Die bis dahin weiteste deutsche Distanz, 276,209 km von Wolfgang Schwerk, stammt aus dem Jahr 1987. Alder-Baerens lief ihre 254,288 km bei der Weltmeisterschaft 2019 in Albi. Die zweitbeste deutsche Frau in der Liste ist Anne Stephan mit 250,572 km bei den Europameisterschaften 2022.
Eine Zahl, die man zweimal lesen muss: Der Frauen-Weltrekord von Webster liegt 309 Meter über der deutschen Bestleistung der Männer.
Wie die Wertung funktioniert: volle Runden plus Restmeter
Die 24-Stunden-Lauf Wertung besteht aus zwei Teilen. Erstens zählen alle Runden, die ein Läufer vor dem Schlusssignal vollständig beendet hat. Zweitens wird die angefangene letzte Runde bis zu dem Punkt gemessen, an dem er beim Signal stand.
Für diese Restmeter beschreiben die technischen Richtlinien der IAU ein fast handwerkliches Verfahren. Zu Beginn der letzten Runde erhält jeder Läufer einen kleinen Sandsack oder einen ähnlichen Gegenstand mit seiner Startnummer. Beim Schlusssignal lässt er ihn senkrecht fallen. Die Runde ist in exakt vermessene Abschnitte mit Marken alle 100 Meter (oder 50 Meter) unterteilt, an denen Kampfrichter stehen. Sie gehen zur vorherigen Marke zurück, schreiben die Startnummern mit Ölkreide auf den Boden und messen anschließend die Distanz. Die drei führenden Männer und Frauen sowie mögliche Rekordkandidaten werden in der letzten Runde von eigenen Kampfrichtern begleitet, die ihre Position direkt markieren.
Gerechnet wird bei Welt- und Europameisterschaften mit der exakt gemessenen Rundenlänge einschließlich Zentimetern. Erst die berechnete Enddistanz wird auf den nächsten vollen Meter abgerundet. Die IAU begründet das mit einem Beispiel: Wer 260 Runden von 1.063,79 Metern läuft und die Zentimeter nicht angerechnet bekommt, verliert 205 Meter.
Ein eigenes Rechenbeispiel zeigt, wie die 24-Stunden-Lauf Wertung am Ende aussieht. Angenommen, eine Runde misst exakt 1.312,47 Meter:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| volle Runden | 142 × 1.312,47 m | 186.370,74 m |
| Restmeter der letzten Runde | gemessen ab der 100-m-Marke | 734,60 m |
| Summe | 186.370,74 m + 734,60 m | 187.105,34 m |
| offizielle Distanz | auf volle Meter abgerundet | 187,105 km |
Kann die Messung der Restmeter wegen besonderer Umstände nicht genau erfolgen, werden nach den IAU-Richtlinien nur die vollen Runden gewertet. Dasselbe gilt für alle, die vor dem Ende aufhören.
Bei Meisterschaften gibt es außerdem eine Teamwertung. Jedes Land darf bis zu sechs Männer und sechs Frauen für das Team nominieren, addiert werden die Distanzen der drei Besten. Bei Gleichstand gewinnt das Team, dessen drittbester Läufer weiter vorne liegt.
Vom Schlusssignal zu den offiziellen Ergebnissen
Die 24-Stunden-Lauf Ergebnisse entstehen nicht erst nach dem Rennen. Die IAU verlangt, dass bei Rundkursen die Rundenzeiten jedes einzelnen Läufers erfasst werden und dass der Rennstand stündlich veröffentlicht wird, auf einer Tafel, auf Papier oder online. Empfohlen wird zusätzlich eine große Anzeige mit den besten zehn Männern und Frauen.
Gemessen wird per Transponder oder manuell. Läuft ein elektronisches System, soll mindestens ein Zeitnehmer von Hand mitschreiben, und an der Start- und Ziellinie soll eine Videoaufzeichnung als Absicherung laufen. Details zur Technik und zum Kurs stehen auf der Seite Rundkurs und Zeitmessung.
Das offizielle Ergebnis ist dann eine Liste mit Rundenzahl, Restmetern und Gesamtdistanz. Bei Meisterschaften sind Männer- und Frauenrennen zwei getrennte Wettbewerbe, auch wenn beide gleichzeitig starten.
Was einen Rekord offiziell macht
Nicht jede weite Distanz wird zum Rekord. Für die 24-Stunden-Lauf Rekorde stellen die Rekordrichtlinien der IAU unter anderem diese Bedingungen:
- Der Lauf muss ein IAU-Label tragen und nach den Regeln von World Athletics stattfinden, mit Zustimmung des nationalen Verbands.
- Straßenkurse müssen nach den Verfahren von World Athletics vermessen sein, das Vermessungszertifikat darf höchstens fünf Jahre alt sein.
- Mindestens drei Athleten desselben Geschlechts müssen am Rennen teilnehmen.
- Ohne negativen Dopingtest wird kein Weltrekord über 24 Stunden anerkannt; fand keine Kontrolle direkt nach dem Ziel statt, soll der Athlet sie innerhalb von 24 Stunden bei der nationalen Anti-Doping-Agentur beantragen.
- Eingereicht werden Rundenprotokolle, aus denen die Differenzen zwischen aufeinanderfolgenden Runden hervorgehen, und bei elektronischer Zeitmessung eine vom Schiedsrichter bestätigte Erklärung des Betreibers, dass das System durchgehend funktioniert hat.
Außerdem gilt: Leistungen unter 42,2 km werden bei Zeitläufen grundsätzlich nicht als Rekord ratifiziert. Anerkannt wird ein Rekord erst, wenn die IAU ihn ratifiziert hat, was die zeitliche Lücke zwischen Rennen und Eintrag in der Rekordliste erklärt.
Wo die offizielle Bestenliste steht
Eine sehr umfangreiche Sammlung von Ultramarathon-Ergebnissen ist die Statistik-Datenbank der DUV unter statistik.d-u-v.org. Sie führt internationale und deutsche Allzeit-Bestenlisten für 50 km, 100 km, 6, 12, 24 und 48 Stunden sowie sechs Tage, dazu Jahresbestenlisten. Die Bestenliste lässt sich nach Nation filtern, Bahn- und Hallenleistungen sind mit „T“ und „I“ markiert. Eine zusätzliche Spalte rechnet jede Leistung altersbereinigt um.
Die IAU selbst veröffentlicht die ratifizierten Weltrekorde auf ihrer Website und aktualisiert die Liste nach jeder Anerkennung. Für deutsche Meisterschaften führt die DUV eigene Siegerlisten.
Wer die Bestenliste oder die 24-Stunden-Lauf Rekorde nutzt, um einen eigenen Lauf einzuordnen, sollte wissen, dass sie Straße, Bahn und Halle zusammen zeigt. Ein Bahnrennen auf 400 Metern und ein Straßenrennen auf 1,5 km sind nur bedingt vergleichbar. Wie man sich auf eine solche Distanz vorbereitet, beschreibt die Seite zum Training für den 24-Stunden-Lauf, und wer andere Zeit- und Streckenformate sucht, findet sie beim Ultramarathon.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die 24-Stunden-Lauf Rekorde?
Die 24-Stunden-Lauf Rekorde der IAU stehen bei 319,614 und 278,621 km. Den Weltrekord der Männer hält Aleksandr Sorokin (Litauen) mit 319,614 km aus dem Jahr 2022. Bei den Frauen führt Sarah Webster (Großbritannien) die IAU-Rekordliste mit 278,621 km aus dem Jahr 2025.
Wer hält die deutschen 24-Stunden-Lauf Rekorde?
In der deutschen Allzeit-Bestenliste der DUV stehen Felix Weber mit 278,312 km (2023) und Nele Alder-Baerens mit 254,288 km (2019) an der Spitze.
Wie wird die letzte, unvollständige Runde gewertet?
Beim Schlusssignal wird die Position jedes Läufers markiert, bei Meisterschaften mit einem nummerierten Sandsack. Kampfrichter messen die Restmeter ab der letzten festen Marke, die Summe aus vollen Runden und Restmetern wird auf volle Meter abgerundet.
Warum erkennt World Athletics keine 24-Stunden-Weltrekorde an?
World Athletics ratifiziert im Ultrabereich nur die 50 km und 100 km auf der Straße. Weltrekorde über 6, 12, 24 und 48 Stunden werden von der IAU geprüft und anerkannt.
Wo finde ich 24-Stunden-Lauf Ergebnisse?
Sehr viele 24-Stunden-Lauf Ergebnisse aus aller Welt sammelt die DUV-Statistik unter statistik.d-u-v.org, einschließlich internationaler und deutscher Bestenlisten. Ergebnisse von IAU-Meisterschaften veröffentlicht zusätzlich die IAU.